Newsletter August 2009

 

Liebe Abonnenten des NaturHund. - Newsletter!


Es hat eine Weile gedauert bis aus der ersten Idee der erste Newsletter wurde. Aber nun ist es soweit und ich freue mich, Ihnen und Euch auf diesem Wege in regelmäßigen Abständen Infos rund um den Hund und mein Angebot zukommen zu lassen.


Alle vier Wochen wird von nun an ein Newsletter erstellt, in dem ich und meine Kolleginnen und Kollegen über unsere Arbeit berichten, Termine bekannt und Ihnen einen Einblick in die sprachfreie Kommunikation mit dem Hund geben. Auch Erfahrungsberichte meiner Auszubildenden oder Feedbacks von Seminar- und Workshopbesuchern finden hier einen Platz. So bekommen Interessierte aus erster (Kunden-)Hand Informationen zu unserer Trainingsphilosophie und den Inhalten unserer Seminare.


Auch Sie sollen zu Wort kommen. In jedem Newsletter wird es einen Themenpunkt „Ihre persönliche Frage“ geben. Hier haben Sie die Möglichkeit, eine Frage zu stellen, die Ihnen unter den Nägeln brennt und/oder auf die Sie noch keine zufrieden stellende Antwort bekommen haben. Meine Antwort dürfen Sie dann gerne auch kritisch kommentieren (oder loben, wenn es Anlass dazu gibt!).

 


Die Themen diesen Monat:

 

 

Auf einen Blick

 

„Wenn Du dem Hund ein Kommando gegeben hast, dann bestehe auch auf der Ausführung.“ Kommt Ihnen diese Aussage bekannt vor? Und haben Sie auch schon mal über die Sinnhaftigkeit dieser Aussage nachgedacht? Hier ein paar kleine Anregungen dafür:

 

Beobachten Sie sich doch im Alltag mal dabei, was Sie da von Ihrem Hund erwarten, wenn Sie ihm ein Kommando geben. Darf der Hund im Anschluss etwas tun, was aus seiner Sicht sinnvoll erscheint? Oder soll er mit Hilfe des Kommandos mit etwas aufhören, was vorher aus seiner Sicht sehr sinnvoll erschien aber von Ihnen nicht geduldet wird?

 

Und wenn Sie zum Schluss kommen, dass der Hund als Reaktion auf das Kommando immer etwas für ihn sehr Positives tun darf, dann fragen Sie sich bitte, ob Sie bereit wären, 100,- Euro darauf zu verwetten, dass er nach dem ersten Kommando auch sicher reagiert.

 

Für den Fall, dass Sie von dem Geld lieber etwas Schönes kaufen würden weil Sie eh wissen, dass Sie verlieren: Erwarten Sie nicht von Ihrem Hund, dass er etwas sehr Schönes aufgibt, nur um Ihr Kommando zu befolgen. Denn Sie tun es auch nicht.

 

Fazit: Wenn der Hund nicht beim ersten Mal das Kommando ausführt, geben Sie dieses Kommando nie wieder. Beginnen Sie dort, wo der Hund genau das Verhalten zeigt, ohne dass Sie es ihm „sagen“. Wie das geht? Nun ja, glauben Sie, Sie lernen Klavierspielen, indem Sie ein Notenbuch von Mozart lesen?

 

Und nun beobachten Sie bitte fünf Minuten lang nur Ihre Gedanken.

 

 


Hintergrund

 

Sprachfrei mit dem Hund kommunizieren bedeutet nicht, ein Kommando durch eine Geste zu ersetzen. Sprachfreie Kommunikation bedeutet in erster Linie, komplett auf so etwas wie ein Kommando zu verzichten und mit dem Hund in einer sehr freien Art und Weise zu interagieren. Dabei steht nicht die Kontrolle über den Hund im Vordergrund sondern das Freiwerden von jeglicher Erwartung, die wir an den Hund haben. Das klingt zunächst verrückt, macht aber aus folgendem Grunde Sinn:

 

Schauen wir uns die Bedeutung des Wortes „Kommunikation“ einmal genauer an, dann trifft die Definition „Informationsaustausch“ die Sache ganz gut. Das könnte für die Mensch-Hund-Kommunikation ungefähr so aussehen. Hund zeigt ein bestimmtes Verhalten – ich reagiere auf sein Verhalten mit einem anderen Verhalten – Hund reagiert seinerseits auf meine Reaktion auf sein Verhalten mit einem neuen Verhalten und so weiter. Was hier sehr theoretisch erscheint, passiert im Alltag sekündlich.

 

Beim Geben eines Kommandos sieht das etwas anders aus. Der Hund zeigt ein bestimmtes Verhalten, der Mensch gibt ein Kommando und unterbricht damit das Verhalten des Hundes. Steigt damit die Motivation des Hundes, eigenständig im Kontakt mit seinem Menschen zu bleiben?

 

Kommunikation ist nur dann möglich, wenn beide Seiten bereit und in der Lage sind, Ihre Bedürfnisse in den Austausch mit einfließen zu lassen. Und da der Hund von Natur her mit einem Kommando in Wortform nichts anfangen kann besinnen wir uns doch auf unsere Fähigkeit, ihm Verständnis dafür entgegen zu bringen. Indem wir zum Beispiel unsererseits einen Kontakt wiederherstellen, der kurz vorher – aus welchen Gründen auch immer – abgerissen ist. Dafür vergrößern wir aber die Distanz zum Hund nicht, im Gegenteil. Wir gehen auf ihn zu, und das dürfen Sie ruhig auch bildlich sehen.

 

Mehr zu den Grundlagen der sprachfreien Kommunikation erfahren Sie in den nächsten Newslettern oder auch in einem der Workshops und Gruppenkurse.

 

 

 

Erfahrungsbericht einer Auszubildenden

 

Mein Ausbildungsjahr bei NaturHund. – oder:  Das Chaos im Kopf

 

Stellt euch vor, in meinem Kopf gäbe es ein Puzzle. Fertig gepuzzelt, mit einem schönen Motiv. Auf diesem Motiv sieht man das, was in den meisten Köpfen zum Thema Hund und Hundehaltung herumschwirrt. Ich denke hier an Dinge wie Sitz und Platz und Fuß, an Leinenführigkeit – mit anderen Worten an das, was ein Hund der gängigen Meinung nach können soll, damit er ein guter Hund ist.

 

Ich und das Puzzle in meinem Kopf haben dann vor einem knappen Jahr die Ausbildung bei Mirko Tomasini begonnen. Diese Ausbildung hat mein Kopfpuzzle und ehrlich gesagt auch mich in den ersten Ausbildungswochen wie ein Güterzug überfahren, wie ein Orkan durchgerüttelt, wie ein Mixer durcheinander gewirbelt – und dann stand ich da mit meinem in kleine Puzzleteile zerlegten Bild und wusste nichts mehr!

 

Das war eine verstörende aber auch extrem fruchtbare Erfahrung. Denn gelöst von dem Alten konnte etwas Neues, etwas ganz Anderes entstehen.

 

Mit jedem Ausbildungswochenende, das stattfand, mit jedem Einzeltermin, bei dem ich dabei war und mit jedem Workshop, den ich begleiten durfte, setzten sich diese Puzzleteilchen neu und ganz anders zusammen. Mit jedem Tag, der verstrich, nahm ein Bild in meinem Kopf Form an, in welchem Hund und Halter sich mit ihren Bedürfnissen, Motiven und Zielen zu einem großen Ganzen zusammen setzten und für mich verständlich und voneinander zu trennen und zu verstehen waren.

 

Erkennen zu können, was ein Hund braucht, sehen zu können, was ein Halter braucht und sehen zu können, was man besser so lässt wie es ist, weil die Zeit dafür noch nicht gekommen ist und vielleicht auch nie kommen wird – das sind drei von vielen wertvollen Puzzleteilchen, die mich diese Ausbildung hat erkennen und verstehen lassen. Das bis zum heutigen Tag erlangte Wissen und die Fähigkeit, damit umgehen zu können und es anzuwenden, versetzen mich in die Lage, Halter und ihre Hunde in einem ganz anderen Licht zu sehen. Gleichzeitig fordert dieses Wissen und der durch dieses Wissen gewonnene Blickwinkel auf Mensch und Hund seinen Tribut beständig ein, wenn man nicht wach, reflektierend und bedacht mit den jeweiligen Situationen umgeht.  

 

 

Diese Ausbildung hat meine Sicht auf die Welt, mein Leben und das Miteinander – ganz gleich ob mit Mensch oder Tier – deutlich verändert.

 

Danielle Nickel, 07.07.2009, danielle.nickel@naturhund.de

 
 

 

Frage des Monats

Da dies der erste Newsletter seiner Art ist beginnt diese Rubrik mit der Bitte an Sie, mir Ihre Frage zu stellen. Für den nächsten Newsletter wähle ich eine davon aus und beantworte diese. Einzige Einschränkung: die Frage darf nicht mehr als ein Thema ansprechen und nicht mehr als zwei Sätze lang sein.

 

Alle anderen Fragen versuche ich, mit Hilfe meines Teams zu beantworten, haben Sie aber bitte Verständnis, wenn dies aufgrund der Menge an Anfragen nicht immer möglich ist.

 

Bei Fragen zu akuten Problemen mit Ihrem Hund oder zu den Möglichkeiten eines individuellen Trainings nutzen Sie bitte das Kontaktformular auf meiner Homepage. Ich selbst oder einer meiner Trainer wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen.

 

Ihre Frage können Sie hier an mich verschicken. Vielen Dank!


 

 

 

Aktuelle Termine

 

 

Am 04. September und am 19. September 2009 starten die neuen 3x3-Kurse meiner Kollegen Eva und Carsten Payenberg in Köln. An jeweils drei Terminen à drei Stunden erarbeiten Sie mit Ihnen und Ihrem Hund in wöchentlichem Abstand die Grundlagen der sprachfreien Kommunikation. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, die Grundlagen in Folgekursen auszubauen. Infos zu diesem Angebot finden Sie, wenn Sie hier klicken.

 

 

Für diesen Monat war es das. Ich freue mich auf Ihre Fragen und Anregungen und schicke Ihnen herzliche Grüße aus Eitorf,

 

 

Ihr Mirko Tomasini von NaturHund.